Unterwegs auf dem St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt von Vehlen nach Freyburg

Tag 2 (Do, 9.7.2026) Von Tangerhütte nach Angern / 27,4 km

Irgendwie plagt mich bei meinen Pilgertouren die Furcht davor, zu wenig zu essen (oder zu trinken) zu haben. Als Folge kaufe ich immer zu viel ein. Auch gestern wieder. Da ich abends wider Erwarten schon nach einem Becher Instant-Nudeln und einer mit Paprika und Champignons aufgepeppten Salatschüssel satt war, blieb der Rest des Einkaufs fürs Frühstück: ein Glas Bockwurst und eine Schachtel Kartoffelsalat. Das ist zugegebenermaßen zumindest in dieser Menge als morgendliche Speise etwas unüblich. Dieser Meinung war auch mein Magen, der bis zum Mittag rumort hat. Aber ich habe nichts wegwerfen oder mitschleppen müssen!

Das Wetter entwickelte sich dann aber so, dass man gut und gerne Lebensmittel durch die Gegend hätte schleppen können. Mittags waren es 17 Grad, gefühlt 14. Da ist mein Pullover wieder zum Einsatz gekommen. Der war auch sehr hilfreich beim Durchschreiten manns­hoher Brennnessel-Populationen. Ein langes Stück des kartierten und ausgeschilderten Weges durch den Wald war nämlich völlig verwildert. Der Weg ist dort mal umgepflügt und dann sich selbst überlassen worden. Da muss man jetzt durch hüfthohes Gras und noch höhere Brennnesseln von Erdscholle zu Erdscholle hüpfen. Das ist nicht nur zeitraubend und mühevoll, sondern auch ziemlich unfallträchtig.

Bei der ersten Gelegenheit, die sich bot, bin ich runter von diesem „Weg“ und auf den (linksseitigen) Elbe-Radweg gewechselt. Der verläuft auf bzw. neben dem Deich und umrundet kurz vor Rogätz verschiedene Altarme der Elbe. Da boten sich immer wieder schöne Blicke auf die Auenlandschaft am Fluss.

Um vier war ich in Angern, wo ich mich im Pfarrhaus als Übernachtungsgast angekündigt hatte. Da wurde ich bereits vom „Pfarrer“, der wie seine Frau offiziell Gemeindepädagoge ist, erwartet - als erster Pilger in den fünf Jahren, die er hier ist. Der hatte zu meiner Überrasch­ung bereits den Kirchenältesten bestellt, damit ich eine fachlich fundierte Kirchenführung bekomme. Die war auch wirklich gut und es gab einiges zu sehen, wie zum Beispiel (durch ein Guckfenster) unter dem Turm zwei Etagen mit Särgen derer „von der Schulenburg“. Die waren hier Schlossherren, ihre Namen tauchen aber auch in der Blumberger Chronik auf und selbst auf Korfu sind wir denen begegnet.

Als ich dann noch schnell zum „Dorfladen“ eilen wollte, um mich für Abendbrot und Frühstück einzudecken, bin ich von den „Pfarrersleut“ zum Grillen eingeladen worden. Ich bin trotzdem schnell losgeeilt, weil ich zumindest die Getränke beisteuern wollte und ja auch was fürs Frühstück brauchte. Es war ein sehr unterhaltsamer Grillabend und ich habe viel über die hiesige Kirchenarbeit erfahren und bin im Gegenzug zu diversen Pilgerangelegenheiten ausgefragt worden.

Mein Schlafplatz ist wieder in einem Gemeindesaal, den man hier zusammen mit Küche und Toiletten sehr ansehnlich in einem Stallgebäude eingerichtet hat. Statt Isomatten gibt es ein Feldbett - ich hoffe, das erleichtert mir das Aufstehen. Das Schlafen auf ebener Erde ist ja für gebrechliche alte Leute nicht gerade optimal.


St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt - Tag 2

Tangerhütte, evangelisches Pfarrhaus in der Breite Straße
Tangerhütte, Sonnenblumenfeld an der L 31
Tangerhütte. Neues Schloss im Stadtpark, errichtet 1909 bis 1911
Tangerhütte. Stadtpark, 12 Hektar, 1870 angelegt vom Gießereibesitzer Wagenführ
Tangerhütte, Mausoleum der Familie Wagenführ im Stadtpark
Birkholz. Ein schmuckes Haus an der Tangermünder Straße
Birkholz. Ehemalige Dorfkirche, 1690 erbaut, 1740 erneuert, jetzt Wohnhaus
Birkholz. Ehemalige Dorfkirche
Der Weg entlang der Straße von Birkholz nach Cobbel
Cobbel
Cobbel, Dorfkirche und Kriegerdenkmal
Cobbel
Cobbel, Jahresbaumallee
Der Weg zwischen Feld und Wald
Feldweg zwischen Cobbel und Uetz
Ein Hochsitz zwischen Cobbel und Uetz
Uetz, Platz an der Sonnemannstraße
Uetz. Dorfkirche, erbaut 1725 auf Initiative von J. L. von der Schulenburg
Uetz. Kirchturm mit schiefergedeckter barocker Haube
Uetz. Dorfkirche mit Wappen des J. L. von der Schulenburg über der Tür
Der hier noch harmlose Weg von Uetz durch den Wald gen Westen
Der Weg erweist sich bald als kaum passierbar.
Meterhohes Gestrüpp erschwert das Vorankommen.
Die Straße von Mahlwinkel nach Bertingen. Hier habe ich den Weg verlassen und die Straße genommen.
Nach einem Stück Straße in Richtung Bertingen kommt der Abzweig zum Feriendorf „La Porte“.
Feriendorf Bertingen am Elberadweg
Der Elberadweg nördlich des Feriendorfes Bertingen
Links vom Elberadweg ein Kieswerk an den Altarmen der Elbe
Landschaft am Elberadweg
Der Elbdeich kurz vor Rogätz
Blick auf den „Kalimandscharo“, eine Abraumhalde des Kalibergbaus
Hier wohnt wohl ein Fußballfan mitten im Sonnenblumenfeld.
Die Elbe bei Rogätz
Rogätz, Magdeburger Straße
Rogätz, Kirche
Rogätz, Kirche
Rogätz, Klutturm und ehemaliges Gutshaus
Bahnhof Angern, Bahnübergang
Angern. Ev. Kirche, 1566-69 von Jakob von der Schulenburg erbaut, 1631 zerstört, 1655 wiederhergestellt
Angern, Stempelstelle an der ev. Kirche
Angern, ehem. Stallgebäude auf dem Pfarrgrundstück, jetzt Gemeindesaal etc.
Angern, Pfarrgrundstück
Angern, Kirche St. Mauritius. Gruft an der Nordost-Ecke
Angern, Kirche. Altarraum
Angern, Kirche. Orgel
Angern. Sachkundige Kirchenführung durch den GKR-Vorsitzenden, Sven Widdecke
Angern. Die netten Pfarrersleut', Ute und Matthias Kopp