Unterwegs auf dem St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt von Vehlen nach Freyburg

Tag 5 (So, 12.7.2026) Von Magdeburg nach Schönebeck / 20,2 km

Heute Morgen haben Stefan und ich viel Zeit damit verbracht, die Mikrowelle dazu zu bringen, unsere als Frühstück erworbenen Tiefkühl-Cannelloni verzehrfertig zu machen. Das Gerät hatte ein Bedienfeld mit fast so vielen Tasten wie eine Computertastatur, aber in welcher Reihenfolge diese zu bedienen sind, war nicht selbsterklärend. Wir konnten dem schicken Teil immer nur Piepgeräusche entlocken, die auf eine Fehlbedienung hindeuteten. Wir haben dann solange irgendein 5-Minutenprogramm aufgerufen, bis die Teile genießbar waren. Wie sehne ich mich nach einem Gerät, bei dem es nur einen Drehknopf für die Zeit und eine Start-Stopp-Taste gibt! Auch der Fernseher, der zwar Internet- aber keinen Antennenanschluss hat, ist nicht mein Freund geworden. Da hätte man zwar bei Netflix & Co. alle möglichen schwachsinnigen Filme sehen können, aber keine der üblichen Nachrichten.

Trotz der genannten Erschwernisse sind wir um neun aufgebrochen und mit der Straßenbahn mit einmal Umsteigen nach Herrenkrug gefahren und auf dem mir schon bekannten Weg zur Schiffs- und Eisenbahnausstellung am ehemaligen Handelshafen gelaufen. Obwohl es letztlich nicht übermäßig viel zu sehen gab, haben wir uns dort eine ganze Weile umgesehen. Kurz vor zwölf haben wir uns dann zum Bahnhof Magdeburg-Neustadt begeben, wo wir ziemlich zeitgleich in den Zug gestiegen sind: Stefan in den Zug nach Berlin und ich in den zum Magdeburger Hauptbahnhof. Dort bzw. am Dom habe ich dann meine heutige Tour begonnen - Straßenbahn und Zug kann man nicht als Schummelei werden, weil ich ja genau dort gestern zu Fuß angekommen bin.

Es ging vom Dom auf einer herrlich beschatteten Allee bis zur Strombrücke und auf dieser rüber auf den Werder, das heißt, die große in der Elbe liegenden Insel. Auch hier fand sich eine schöne Allee, so dass ich ganz gut beschattet über die Insel und auf der „Brücke am Wasserfall“ rüber nach Cracau kam. Ab hier führte der Weg aber lange Zeit auf dem schattenlosen Deich bzw. entlang der Landstraße. Inzwischen waren 30 Grad und jeder Schritt war eine Herausforderung. Dann kam mal ein langes, schnurgerades Stück auf einem Plattenweg durch einen schattenspendenden Wald. Aber der führte wieder zum Deich, auf dem kein Schatten zu erwarten war. Der „vorgeschriebene“ Abstecher nach Randau hat mir wenigstens eine neu aufgefüllte Wasserflasche beschert. Der mit mehreren Schildern beworbene Getränkeverkauf am Ortsausgang war allerdings kommentarlos geschlossen - ob nur heute, oder generell, war nicht herauszufinden.

Nach weiteren Kilometern auf dem schattenlosen Deich ging es dann auf einer langen, eisernen Fachwerkbrücke über die Elbe nach Schönebeck. Eigentlich wollte ich da in der ersten Gaststätte meinem Körper ein Frischbier zuführen, aber die dafür aufgerufenen 6,50€ waren mir dann doch zu heftig. Da habe ich lieber einen Schritt zugelegt, um zu meinem Quartier zu kommen, wo ich indirekt zum Grillen eingeladen war, was ja in der Regel auch nicht ganz trocken verläuft. Kurz vor sieben war ich am Pfarrhaus der St. Jakobi-Kirche, wo ich mich per Email einquartiert hatte. Als ich mich gestern Abend nochmal telefonisch in Erinnerung gebracht habe, erfuhr ich, dass heute gegrillt wird. Der Pfarrer hat das organisiert, weil das Team der Kirchengemeinde einen von der Stadt aufgerufenen Fahrrad-Wettbewerb gewonnen hat, bei dem es darum ging, drei Wochen lang möglichst viele Wege mit dem Fahrrad, statt mit dem Auto zu erledigen. Als ich kam, war der Grill zwar schon abgebaut, aber noch Fleisch und Wurst übrig. Und es stand auch noch kaltes Bier im Kühlschrank.

Nun kann ich mich auf einer dicken Matratze in einem Raum des sehr modernen Gemeindehauses langstrecken. Die auf der gleichen Etage gelegene „richtige“ und sicher komfortabler ausgestattete Pilgerherberge ist leider noch von ukrainischen Flüchtlingen belegt.


St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt - Tag 5

Magdeburg, Kanaldeckel mit dem Stadtwappen
Magdeburg, Brunnen auf dem Heinrich-Apel-Platz
Magdeburg, Hundertwasser-Haus
Magdeburg, Hundertwasser-Haus
Magdeburg, katholische Kathedrale St. Sebastian
Magdeburg, Dom St. Mauritius und Katharina
Magdeburg, Park am Fürstenwall
Magdeburg, Ökumenisches Domgymnasium an der Hegelstraße
Magdeburg, Hegelstraße
Magdeburg, Sternbrücke
Magdeburg, ehem. Festungsanlage „Kavalier Scharnhorst“ nördlich der Sternbrücke
Magdeburg. Blick von der Sternbrücke auf den Dom, dazwischen die außer Betrieb gesetzte Hubbrücke
Magdeburg, der Dampfer „Württemberg“ am rechten Elbufer
Magdeburg, Heinrich-Heine-Platz im Stadtpark Rotehornauf dem Großen Werder
Magdeburg. Im Stadtpark Rotehorn auf dem Großen Werder
Magdeburg. Im Stadtpark Rotehorn auf dem Großen Werder
Magdeburg. Die „Brücke am Wasserfall“ zwischen dem Großen Werder und Cracau
Der Elbdeich zwischen Cracau und Prester
Prester, Restaurant „Die Kirche“
Die Landschaft südöstlich von Prester
Der Weg auf dem Deich im Kreuzhost
Der Weg kurz vor Randau
Der Weg auf dem Elbdeich zwischen Randau und Grünewalde
Ein Pilger auf dem Elbdeich zwischen Randau und Grünewalde
Der Weg auf dem Elbdeich zwischen Randau und Grünewalde
Die Schrägseilbrücke der B 246a über die Elbe. Blick vom Elbdeich kurz vor Grünewalde
Elbwiese zwischen Randau und Grünewalde
Felder auf der anderen Seite des Deiches
Schönebeck (Elbe), Blick vom rechten Elbufer
Die Schrägseilbrücke der B 246a über die Elbe, östlich von Schönebeck (Elbe)
Schönebeck (Elbe), Markt. Links das Rathaus, rechts der Salzturm
Schönebeck (Elbe), Rathaus
Schönebeck (Elbe), St.-Jakobi-Kirche
Schönebeck (Elbe), St.-Jakobi-Kirche. Buntglasfenster mit dem hl. Jakobus